Mitte Januar hatte ich über den Canon Pixma Pro-1 berichtet und soweit mir möglich mit dem Epson R3000 verglichen. Eigentlich hatte ich vor den Canon zu kaufen und auch schon eine Kaufoption bei Calumet für das nächste Exemplar angemeldet. Mittlerweile wurde aus dem “Erwarten wir in 14-21 Tagen.” ein: “Wir wissen nicht wann der Drucker verfügbar ist. Wahrscheinlich in den nächsten Wochen”. Auch sonst ist der Canon scheinbar nirgends lieferbar.

Da ich ohnehin letzte Woche abends bei Calumet war, hatte ich die Möglichkeit Testausdrucke von beiden Druckern zu vergleichen. Qualitativ konnte ich mit bloßem Auge keine Unterschiede erkennen. Die Druckqualität ist bei beiden Druckern fantastisch.

Letztlich hat der Canon leichte Vorteile (kein Spülen bei Wechsel zwischen Matte Black und Photo Black, besserer manueller Einzug) aber auch Nachteile (3,5 cm Rand bei Druck auf FineArt-Papieren; lässt sich durch Workaround vermutlich umgehen). Verbrauchsmäßig sollen beide Drucker in etwa gleichauf liegen, der Canon hat allerdings größere Patronen, was aber nicht zwangsläufig heißt, dass der Liter Tinte günstiger ist.

Und da mittlerweile der Epson preislich unter 650 EUR gerutscht ist und damit auch gut 150-200 EUR günstiger als der Canon ist, habe ich dann kurzerhand umdisponiert und mich doch für den Epson entschieden. Der war auf Lager, konnte direkt mit und hat sich in den letzten Jahren bewährt. Für die meisten Papiere gibt es ICC-Profile für den Epson und auch der Treiber ist ausgereift.

 

Also wechselte ein Epson zusammen mit einigen Stapeln A3+ Papieren von Brilliant, der Eigenmarke von Calumet, den Besitzer. Bei den Papieren habe ich mich für Brilliant Supreme Lustre Ultimate sowie zwei Fine Art Papiere in Museumsqualität (Satin Matte Natural, Silver Gloss Natural) entschieden.

Zu Hause angekommen, wurde das Riesenteil vorsichtig ausgepackt und in Betrieb genommen. Einen Drucker mit neun Tinten zu bestücken ist schon eine Arbeit ;-)  Nach gut einer halben Stunde war der Drucker per WiFi im Netz und einsatzbereit. Vorsichtig habe ich einen ersten Druck auf DIN A4 Glossy Fotopapier angefertigt. Nach ca. 2min lag der Ausdruck da. Hammer.

Ab zum nächsten Druck, diesmal randlos in A3+ auf dem Lustre Paper. Vorher noch kurz die ICC-Profile von der Brilliant-Website heruntergeladen und ins entsprechende Profilverzeichnis kopiert. Hier dauerte der Ausdruck knapp 4min. Und wieder Hammer: Farben genauso, wie ich sie erwartet hätte. Details, die mir am Bildschirm so nicht aufgefallen sind. Ich komme aus dem Staunen kaum raus. Vermutlich geht es jedem so, der bislang nur die Drucke eines alten, mittelprächtigen A4-Tintendruckers kennt. Warum habe ich eigentlich nicht schon seit Jahren so einen Drucker?

Danach ging es munter weiter bis ich auch die beiden FineArt-Papiere durchgetestet hatte. Gerade S/W-Bilder oder Bilder mit entsättigten Farben erzielen auf diesen strukturierten Papieren eine ganz eigene Wirkung. Man kann es nicht beschreiben, sondern muss es selber sehen und fühlen.

Hätte ich nicht den Bedarf gehabt, zeitnah eigene hochwertige Ausdrucke anzufertigen, hätte ich vielleicht noch 2-3 Wochen auf den Canon Pro-1 gewartet. Ich denke, dass die beiden Drucker auf Augenhöhe agieren. Diesmal haben Verfügbarkeit und ein geringerer Preis den Ausschlag gegeben. Da ich vmtl. nicht ständig zwischen Matt und Glossy wechsle, kann ich auch die Verluste durch Spülen verschmerzen und für den Preisunterschied lässt sich einiges an Tinte kaufen. Und mit den Tücken des manuellen Einzugs werde ich leben können.

Weitere Infos:

Epson R3000 Website
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Canon Pixma Pro-1 Website
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