Update vom 05.12.2011: Hier gibt es die Testbilder in Originalgröße

Als ich das erste Mal von der Fuji X10 gelesen hab war ich begeistert: Ein Konzept, das an dem großen Bruder der wirklich guten Fuji X100 angelehnt ist, aber mit einem lichtstarken Zoomobjektiv (28-112mm bei f2.0-f2.8).

Und das Ganze zu einem Preis von etwas über 500 EUR, der im Vergleich zu ca. 1.000 EUR (für die Fuji X100), für mich auch passt. Ich würde mir hier eine Kamera wünschen, die sich von der Bedienung anfühlt wie eine DSLR und die man einfach immer mal so mit dabei hat.

Klar, das bei so einem Preis auch Abstriche gemacht werden müssen. In der Kamera ist kein APS-C oder Micro Four Thirds-Sensor verbaut, sondern ein Sensor, dessen Größe etwas über denen vergleichbarer Kompaktkameras der Marktbegleiter liegt. Der optische Sucher reicht nicht an die Leistung des innovativen Hybridsucher der Fuji X100 heran.

Seit Ende letzter Woche habe ich nun eine Fuji X10 zur Verfügung und möchte Euch über meine ersten Erfahrungen berichten.

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Der erste Eindruck

Der erste Eindruck ist positiv und hat meinen Vorabeindruck bestätigt. Die Verarbeitung ist solide und das Look & Feel passt. Die Bedienung geht einfach von der Hand. Das Gehäuse ist zum größten Teil aus Metall und macht einen stabilen Eindruck. Display und optischer Sucher sind hell und scharf. Die Bedienelemente sind sinnvoll angeordnet und wer eine DSLR bedienen kann, findet sich sofort zurecht. Die ersten Bilder sehen gut aus und erfüllen die Erwartungen an eine Kamera dieser Klasse. Die Auflösung von 12MP reicht mir hier mehr als aus. Ein kleiner Blitz, Video in Full-HD (1920×1080 bei 30 Bilder/s), die Möglichkeit im RAW-Format zu fotografieren und einen Aufsteckblitz zu verwenden ergänzen das Spektrum. Übrigens lässt sich mit der X10 auch entfesselt blitzen, wenn der Remoteblitz eine Fotozelle besitzt.

Hier zwei erste Fotos. Cool ist der “Supermakro”-Modus, der es im Weitwinkelbereich erlaubt bis auf 1cm an das Motiv heranzugehen.
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Der optische Sucher

Der optische Sucher ist klar und hell, hat aber auch seine Nachteile. Die fehlende Infoanzeige (insbesondere für  die Beurteilung des Fokus) und nur 85% Bildfeldabdeckung machen das Fotografieren ausschließlich mit dem optischen Sucher zumindest gewöhnungsbedürftig. Es fühlt sich dabei ganz anders als bei einer DSLR an. Zusätzlich ist im Weitwinkelbereich das Objektiv zu sehen. Aber spätestens bei für Displays problematischen Lichtverhältnissen ist der Sucher sehr zu gebrauchen und gefällt mir viel besser als die mir bislang bekannten digitalen Sucher.

Die Bedienung

Die Bedienelemente sind gut erreichbar und logisch angeordnet. Über das Moduswahlrad lassen sich neben Zeit-, Blenden- und manuellem Modus auch die üblichen vollautomatischen Modi und Sonderprogramme anwählen. Ergänzend gibt es zwei Usermodi, mit der sich häufig verwendete Einstellung fest hinterlegen lassen. Ich habe mir hier einen Modus für Schwarz-Weiß-Fotografien angelegt, bei dem die Bilder mit höherem Kontrast etwas schärfer und direkt als S/W-JPG abgespeichert werden.

ISO-Empfindlichkeit

Entsprechend dem verhältnismäßig kleinen Sensor ist die Fuji X10 nicht vergleichbar mit DSLRs die teilweise auch bei 3200 oder deutlich höheren ISO-Zahlen nur ein geringes Rauschen aufweisen. Dennoch schlägt sich die Fuji X10 hier recht gut. Bis ISO 800 ist das Rauschen für mein Empfinden noch nicht störend. Bei 1600 ISO ist das Rauschen schon deutlich.

FujiX10-ISO100
ISO 100
FujiX10-ISO400
ISO 400
FujiX10-ISO800
ISO 800
FujiX10-ISO1600
ISO 1600
FujiX10-ISO3200
ISO 3200
FujiX10-ISO6400
ISO 6400

Zusätzlich bietet die Fuji X10 noch spezielle Modi, die das Rauschen den Sensors vermindern, dafür aber die Auflösung halbieren. Dazu mehr in einem weiteren Artikel.

Erstes Fazit

Pros Kontras
Optischer Sucher Das hintere Einstellrad/Vier-Wege-Schalter ist sehr leichtgängig/unpräzise
Lichtstarkes Zoomobjektiv mit manuellem Zoomring Die Software für Mac basiert auf Power PC und läuft nicht auf OS X Lion
Sehr gute Bedienbarkeit  
Für eine Kamera der Klasse gute ISO-Leistung  
Gute Bildqualität  
Hochwertige, stabile Verarbeitung  
   

Nach den ersten Tests und Fotos weiß die Fujifilm X10 zu gefallen. Wer eine Zweitkamera neben einer DSLR oder einfach nur eine gute Kompaktkamera sucht, sollte sich die X10 auf jeden Fall näher ansehen.

In den nächsten Tagen folgt ein weiterer Bericht, in dem ich auf die speziellen Funktionen der Kamera eingehe und über den Einsatz im Alltag berichte.

Beispielfotos (Hier gibt es die Testbilder in Originalgröße)

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Alle Fotos sind JPGs aus der Kamera und wurden nicht nachträglich bearbeitet.