imageVor einiger Zeit hatte ich ja einige meiner Fotografie-Lieblings-Apps auf dem iPad vorgestellt. Für die Bildbearbeitung hat es mir besonders Snapseed von Nik Software angetan. Nik ist ja besonders für seine Photoshop-/Lightroom-Plugins bekannt und hat mit Snapseed aus meiner Sicht eine echte Referenz in Sachen Bildbearbeitung auf dem iPad/iPhone geschaffen.

Seit gestern (18.10.2011) gibt es nun die Version 1.3 mit zwei neuen Funktionen (Details und Tilt Shift). Zeit Euch die App näher vorzustellen.

Bildbearbeitung mit dem iPad?

Natürlich bearbeite ich die meisten meiner Fotos mit Lightroom oder Photoshop auf meinem Rechner zu Hause. Aber im Urlaub oder unterwegs habe ich keinen Rechner dabei. Und das iPad ist mittlerweile eigentlich immer mit dabei. Sei es um sich im Urlaub die Fotos des Tages anzusehen oder nach einem Shooting sich die ersten Ergebnisse schnell anzusehen. Dank der 2 SD-Card Slots in meiner D7000 und dem Camera Connection Kit fürs iPad habe ich die JPEGs schnell auf dem iPad, während die RAW-Dateien auf der anderen Speicherkarte warten, bis sie den Weg auf den heimischen Rechner gefunden haben.

Mit Snapseed kann ich dann bequem auf dem Sofa einzelne Bilder bearbeiten und erste Ideen für eine Nachbearbeitung entwickeln. Das macht Spaß und die Ergebnisse sind oft so cool, das ich bei privaten Fotos in einigen Fällen auf eine Nachbearbeitung der RAWs verzichte Zwinkerndes Smiley

Was kann Snapseed?

Snapseed bringt in der aktuellen Version 13 verschiedene Filter und Optionen mit, die es erlauben ein Bild zu überarbeiten. Angefangen bei einer einfachen Autokorrektur geht es über Standardanpassungen, Beschneiden und Ausrichten hin zu stark spezialisierten Filtern. Anhand eines Beispielbildes (vorher, hinterher) werde ich Euch die Funktionen und Bedienung zeigen.

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Foto 19.10.11 18 11 58 Zuallererst müsst Ihr ein Bild öffnen. Das könnt Ihr aus dem Fotoarchiv laden oder mit der Kamera des iPad 2/iPhone aufnehmen. Beides erreicht Ihr über die Schaltfläche Bild öffnen oben links.
Unterhalb der Schaltfläche findet Ihr die einzelnen Funktionen/Effekte/Filter. Durch Streichen nach oben/unten könnt Ihr zu den anderen Filtern scrollen.
Foto 19.10.11 18 12 31 Straighten (Ausrichten & Drehen)
Zuerst habe ich in meinem Beispiel den Horizont ausgerichtet. Das geht über Straighten.
Habt Ihr einmal einen Filter ausgewählt, wird das Bild als größer dargestellt und am unteren Rand stehen Euch Standardoptionen als auch Effekt spezifischen Funktionen zur Verfügung.
Standardfunktionen:
Mit Zurück kehrt Ihr ins Hauptmenü zurück, ohne den Effekt anzuwenden, mit Anwenden wird die aktuelle Einstellung des Effektes auf das Bild angewendet. Vorschau erlaubt Euch zwischen Vorher/Nachher-Ansicht zu wechseln. Verwerfen setzt alle Einstellungen dieses Effektes zurück.
Spezifische Funktionen:
Je nach Effekt findet Ihr dann noch spezifische Einstellungen. Im aktuellen Fall könnt Ihr das Bild drehen. Direkt auf der Arbeitsfläche könnt Ihr aber auch durch Streichen einen Winkel frei wählen.
Foto 19.10.11 18 13 04 Crop (Zuschneiden)
Ist das Bild korrekt ausgerichtet, geht es weiter zum Beschneiden. Seit der Version 1.2 könnt Ihr nicht nur frei Beschneiden sondern auch feste Formate auswählen. Ich habe hier 16:9 gewählt.
Foto 19.10.11 18 13 54 Drama (Drama)
Als nächstes wende ich den Drama-Effekt auf das Bild an. Dieser Effekt ist eine Mischung aus Tonemapping und Dodge & Burn. Lokale Kontraste werden verstärkt. Das gibt z.B. Wolken ein dramatischeres Aussehen. Es gibt hier 6 verschiedene Stile zwischen Ihr wählen könnt. Habt Ihr einen Stil gewählt könnt Ihr die Effektstärke und die Sättigung des Bildes einstellen.
Bei der Effektstärke sollte Ihr vorsichtig vorgehen, da es sonst schnell zu Halo’s an Kanten mit einem starken Kontrast kommen kann.
Foto 19.10.11 18 14 43Foto 19.10.11 18 14 57 Details (Details)
Details ist neu in der Version 1.3 und erlaubt es uns das Bild zu schärfen und Strukturen detaillierter darzustellen. Mit Hilfe der Lupe setzt Ihr zuerst einen Punkt, den Ihr in 100% Ansicht sehen wollt. Danach könnt Ihr durch Streichen von links nach rechts die Stärke des ausgewählten Effektes einstellen. Durch hoch/runter Streichen könnt Ihr zwischen Schärfen und Struktur wechseln.Ich habe hier das Bild mit Wert 35 geschärft und den Wert für die Struktur auf 25 gesetzt.Gerade das Nachschärfen von Bildern habe ich in den vergangenen Versionen vermisst. Klasse, dass es diesen Effekt jetzt auch in Snapseed gibt.
Foto 19.10.11 18 16 01Foto 19.10.11 18 16 38 Vintage (Vintage Filmtypen)
Als nächstes habe ich den Vintage Effekt auf das Bild angewendet. Dieser Effekt simuliert verschiedene Filmtypen (9 stehen zur Auswahl) und legt gleichzeitig eine Vignette und eine Textur über das Bild.
Die Größe der Vignette kann ebenso verändert werden wie die Stärke der Textur. Die Textur könnt Ihr auswählen und auch drehen.Ich habe hier Stil 3 gewählt, dann die Texturstärke auf den Wert 0 gesetzt und die Vignette etwas verkleinert.Mit den unterschiedlichen Filmtypen (Stile) und den Texturen sowie den Detaileinstellungen habt Ihr unwahrscheinlich viele Möglichkeiten Eurem Bild einen speziellen Stil zu verleihen.

Der Effekt kommt auch cool, nachdem Ihr ein Bild zuvor in Schwarz-Weiß gewandelt habt. Ihr könnt dann Effekte ähnlich einer Sepiafärbung oder Teiltonung erzeugen.

Foto 19.10.11 18 18 51Foto 19.10.11 18 19 59 Tilt & Shift (Tilt-Shift)
Zum Schluss wollte ich unbedingt den Tilt & Shift Effekt ausprobieren, auch wenn er vielleicht nicht unbedingt zum Bild passt.Der Effekt lässt sich super einstellen. Über einen Kontrollpunkt lässt sich die Mitte des Effektes einstellen, mit zwei Fingern lässt sich der Winkel steuern.Mit Übergang könnt Ihr sehr genau die Breite der Übergangszone einstellen. Weichzeichner erlaubt es, die Stärke der Weichzeichnung einzustellen.
Foto 19.10.11 18 21 27 Selective Adjust (Selektive Anpassung)
Dieser Effekt ist ein echter Hammer für eine Bildbearbeitung in iPad. Wer die Nik Software Plugins für Lightroom und Photoshop kennt, dem sind sicherlich schon einmal die Kontrollpunkte aufgefallen, mit denen sich Einstellungen selektiv auf Bildbereiche anwenden lassen.Genau diese Funktion hat Nik auch für Snapseed implementiert. Ihr könnt verschiedene Kontrollpunkte auf dem Bild setzen und dann die Größe des Bereichs einstellen, auf den Ihr die Änderung anwenden wollt.Dabei wird nicht alles innerhalb des Kreises angepasst, sondern der Effekt legt eine Maske auf das Bild. Die Maske hängt dabei von Helligkeits- und Farbwerten ab. Ihr erkennt sie an der roten Maskierung im Screenshot. Nur auf diese Bereiche werden dann Eure Einstellungen angewendet.

Für jeden Kontrollpunkt könnt Ihr Helligkeit, Kontrast und Sättigung einstellen. Das eignet sich super, um z.B. in Portraits die Iris in den Augen hervorzuheben oder zu dunkle Bereiche etwas aufzuhellen.

Foto 19.10.11 18 22 20 Tja und wenn das Bild fertig ist, müsst Ihr Euer Werk nur noch sichern. Ihr könnt das Bild direkt im Fotoarchiv speichern oder Ihr habt die Möglichkeit es auf Flickr, Facebook oder Twitter zu laden.
Auch ein Drucken oder Verschicken per E-Mail ist möglich.

Fazit

Das war eine kurze Übersicht über die Funktionen von iPad. Hat man einmal die Bedienung verstanden, bedient es sich aus meiner Sicht so intuitiv wie kein anderes Bildbearbeitungsprogram, das ich kenne. Das Userinterface ist hier wirklich wegweisend und nach wenigen Minuten beherrscht Ihr die Bedienung und könnt Euch auf den kreativen Aspekt der Bildbearbeitung konzentrieren.

Ich hoffe, der Artikel gefällt Euch und freue mich auf Feedback.